Topsy Freerider! Le Trans Tier Salon
08/01/2010
Debut/Eröffnung am Fr. 8. Januar um 20 Uhr
plus de plus, animal performance
Topsy Freerider: 8.1. – 5.2.2010
Monofragil mit DJ Catastrophe : Fr. 15./ 22./ 29. Januar ab 20 Uhr
Fin/Christel Beuys Ball: Fr. 5 Feb. um 20 Uhr
Dj Olga N., Bruno& Gustaf, Seek Zag Lazer (Tyskerhar)
Lydia Karstadt creaturing Fritzie
Inszenierung:
Künstler der Galerien: Trans Tier Salon,
geöffnet: Freitag und Sonntag ab 15 Uhr
Neues aus der Schönleinstraße: Topsy Freerider verwandelt Crystal Ball ab Freitag. 8. Januar 2010 in einen offenen Salon. The Pudel never stops!
Ein illunminierter Wintertraum im Kunst-Wohnzimmer der Crystal-Bar mit Creature-Performances, heißer Suppe und Nähmaschinendeko. Schellack-Sounds von DJ Catastrophe und DJane Olga N. vom Kofferplattenspieler (Monofragil) wechseln mit Trans-Disko-Express. Lydia Karstadt, der neue Stern am Kluppimmel (sic!), mit ihrer insolventen Show “Creaturing Fritzie” debutiert im Separee der Kreaturen.
Zum Christel-Beuys-Ball am 5. Februar gastieren Seek Zag Lazer (Tyskerhar), Live-Elektro.
Während des Salons zeigen verschiedene Künstler Berliner Galerien ihre Arbeiten.
Fort: Horror Vacui
13/11/2009
Ausstellungseröffnung am Fr. 13. November um 20 Uhr
13.11. – 29.12.2009
Finissage am Die. 29. Dezember um 20 Uhr
Fort: Horror Vacui
Das Künstlerinnenkollektiv Fort (Anna Jandt, Jenny Kropp und Alberta Niemann) arbeitet über ein Referenzsystem, welches mit dokumentarischen Objekten, Geschichten und deren Beziehungen operiert. In Ihren Rauminszenierungen und installativen Projekten sammeln sie präzise, durchdachte Bezüge in Objektauswahl und Platzierung. Damit schaffen die Künstlerinnen vom Charakter eher poetische, surreale Räume und Performances. Ding, Handlung und Herkunft sowie deren historische wie assoziative Bewertung kollidieren wie in einem traumlogischen Verfahren, unter Sichtbarmachung komplexer unbewusster Strukturen und hintergründiger Bedeutung miteinander.
Die Geschichten der Dinge, Zitate und Erscheinungen werden Teile in einer geheimnisvollen Dokumentation. Objekte sind vervielfältigt, erscheinen als Abbild, Spiegelbild, werden Zeichen stellvertretender Information einer erinnerten Welt und verwandeln sich in Katalysatoren kognitiver Prozesse, einer grausamen wie poetischen Realität.
Fort beginnt gerade an diesen mysteriösen Punkten menschlicher Wahrnehmung, der Zwillingshaftigkeit, dem Vergessen, der unklaren Identität – mit dem Glauben an das Unmögliche und Legendäre in dieser Welt, an einer Veränderung zu arbeiten.
The artist collective Fort (Anna Jandt, Jenny Kropp und Alberta Niemann) work through a system of references using documentary, objects, stories and their interrelations. In their installations and engineered spaces, Fort construct precise interiors with conscious references made through the choice and placement of objects. They create poetic, surreal spaces and performances. Thing, action and derivation, as well as their historical and scientific evaluation collide with a dream like logic- through the revelation of complex unconscious structures and enigmatic backgrounds.
The stories of the entities, excerpts and apportions become parts of a mystic documentation. Things are copied, multiplied and reflected. They become signs, representative information of a world remembered, transforming into catalysts of cognitive processes of a cruel, poetic reality.
At this mysterious point of human perception; the twins, the forgotten, the unclear identity, Fort begin – with their belief in the impossible and the legendary in this world, to work for a change.
Fort: Horror Vacui, Galerie Crystal Ball
Aktuell zurückliegende Präsentationen:
POINT GRAY
Installation, Aktion, Show
Sequences Real Time Art Festival Reykjavik, Island &Bremer Kunst Satellit/ Museum Weserburg Bremen
2008
HOTEL MARIENBAD
Installation
(in Zusammenarbeit mit Claudia Heidorn und Anneli Käsmayr – dp)
KW Institute For Contemporary Art Berlin
2008
Die Galerie Crystal Ball sendet eine Gesandtschaft als autonomen Kunst-Block in den ersten Berliner Karneval der Galerien. Hotzi, Motzi und Zoei stellten die Forderungen “Schweigegeld für Künstler!” und “Freibier für Alle”. Gentrifizierung hin oder her, Künstler sollen nicht weiter unbezahlt KEINE Kunst produzieren. Die verbreitete Annahme Künstler seien aus obsessiven, psychologischen oder sozialen Gründen gezwungen, ohnehin Kunst herstellen, erfährt endlich eine segensreiche Belehrung. Wir wollen keine Temporäre Kunsthalle um das polithistorische Schlossplatzloch zu stopfen sondern die Temporäre Künstlerrente! Geld her, für alle Artisten, die sich nicht mehr zu diesen und weiteren gesellschaftlichen Standards äußern. Mit der Grundversorgung des Künstlerschweigens, dem monetären Nichtstun endet auch endlich das Speichellecken der Galerieszene und der Kunstmarkt entleert sich geschwächt seiner High-End-Staffagen, seiner keimfreien Galeriehäuser und Kunst?Aktien. Künstler überdenkt eure Rolle! Was seid ihr denn sonst als einfache Kunsttheorieuntersetzer! Raus aus der Selbstkrise rein ins Bewusstsein! Die Krise ist vorbei! Es lebe die Krise! Auf zum Künstlergeneralstreik! …Auszug aus der Büttenrede der Galerie Crystal Ball, Manfred Kirschner, Berlin
Wolfgang Müller: Séance Vocibus Avium
25/09/2009
Séance Vocibus Avium
Ausstellungseröffnung in der Galerie Crystal Ball und der Galerie Dörrie Priess am 25. September um 19 Uhr
26. 9. – 6. 11. 2009
Séance Vocibus Avium (I)
Der einzige, in Europa ursprünglich heimische, vollständig ausgerottete Vogel ist der nordatlantische Riesenalk (Alca impennis). Sein letztes Vorkommen befindet sich vor der südisländischen Küste auf der Felseninsel Eldey. Am 3. Juni 1844 werden dort die letzten beiden Vögel, ein brütendes Paar, von den Fischern Jón Brandsson, Sigurður Ísleifsson und Ketill Ketillson aus Hafnir durch Genickumdrehen getötet, um ihre Bälge mitsamt Innereien einem dänischen Vogelsammler zu verkaufen. Damit verstummt der Gesang dieses Vogels für immer.
Nach seiner ersten Islandreise im Jahr 1990 formt Wolfgang Müller einen Riesenalk aus Modelliermasse, Stoff, Papier, Farben und Hühnerfedern. Zum 160. Jubiläum seiner Ausrottung rekonstruiert er 1994 die Lautäußerungen des Vogels im Hörspielstudio des isländischen Rundfunks stöð 2.[1] Sein Medium ist dabei die isländische Schauspielerin Kristbjörg Kjeld. Mit Hilfe moderner Studiotechnik werden die Rufe des Vogels rekonstruiert und somit erstmals seit seinem Aussterben 1844 wieder hörbar gemacht. Als Grundlage der Rekonstruktion dienen historische wissenschaftliche Beschreibungen, wie die von Dr. Alfred Newton aus Cambridge. Er befragt 1854 die Seeleute aus Hafnir nach den letzten Minuten im Leben der letzten Riesenalken und veröffentlicht ihre detaillierten Aussagen 1858 in der ornithologischen Fachzeitschrift „Ibis“.[2]
Andere, meist durch direkte oder indirekte Einwirkung des Menschen ausgerottete Vogelarten stammen vor allem aus Nord- und Mittelamerika, Madagaskar, Australien, Neuseeland und den Inseln des Pazifischen Ozeans. Seit dem 16. Jahrhundert sind schätzungsweise hundertundfünfzig Vogelarten ausgestorben. Von nur sehr wenigen dieser existieren Beschreibungen ihrer Lautäußerungen.
Dazu zählen neben dem Riesenalken zehn weitere Vogelarten, deren Rufe nun gleichzeitig in der Galerie Dörrie * Priess und der Galerie Crystal Ball zu hören sind. Wolfgang Müller übermittelte dafür zehn bekannten Musikern wissenschaftliche Beschreibungen einer ausgewählten Spezies und bat die jeweiligen Beteiligten, ihren/seinen Körper zu verlassen und in den ihr/ihm zugeteilten Vogelkörper zu schlüpfen. Im Moment der Vogelwerdung verschwinden Musik und Musiker. Es erklingen die Rufe längst verstummter Vögel.
Séance Vocibus Avium
Coturnix Novae-Zelandiae, Neuseeländische Schwarzbrustwachtel, † 1875. (Namosh)
Hawaii-Krausschwanz, Moho Nobilis, † 1934. (Max Müller)
Assumption-Weißkehlralle, Dryolimnas Cuvieri Abbiotti, Unbekannt. (Frieder Butzmann)
Rosenkopfente, Rhodonessa Caryophyllacea, Unbekannt. (Frederik Schikowski)
Jamaika Teufelssturmvogel, Pterodroma Hasitata Caribbaea, Unbekannt. (Justus Köhnke)
Mauritiusfruchttaube, Alectroenas Nitidissima, † 1930. (Annette Humpe)
Präriehuhn, Tympanuchus Cupidio Cupido, † 1932. (Francoise Cactus/Brezel Göring)
Lachkauz, Sceloglaux Albifacies, † 1914. (Nicholas Bussmann)
Lord-Howe-Inselrasse des Norfolkstars, Aplonis Fuscus Hullianus, † 1923.
(Hartmut Andryczuk)
Guadalupe-Caracara, Polyborus Lutosus, † 1900. (Khan)
Riesenalk, Alca impennis, † 1844. (Kristbjörg Kjeld/Wolfgang Müller)
Wolfgang Müller: Séance Vocibus Avium
Séance Vocibus Avium (II)
In seinen Farbzeichnungen nähert sich Wolfgang Müller der Gestalt von elf ausgestorbenen Vögeln. Als Orientierung dienen ihm dabei ausgestopfte Bälge, historische Abbildungen und wissenschaftliche Beschreibungen über das Verhalten der Spezies. Zu jeder Spezies entstehen mehrere unterschiedliche und zugleich ähnliche Zeichnungen
Wolfgang Müller erhält im Juli 2009 den vom Südwestrundfunk (SWR) gestifteten Karl-Sczuka-Preis für Hörspiel als Radiokunst. Er wird für sein Radiostück “Séance Vocibus Avium” ausgezeichnet, das als Produktion des Bayerischen Rundfunks am 3. August 2008 urgesendet wurde.
Hier Zu Hören:
Aus der Begründung der Jury: “Wissenschaftliche Beschreibungen ausgestorbener Vogelarten und ihrer Stimmen nimmt der Künstler und Feldforscher Wolfgang Müller zum Ausgangspunkt seines Hörwerks ‚Séance vocibus avium’. Aus der aussterbenden Form eines Rundfunkvortrags entwickelt er eine zunächst nüchtern anmutende Textstruktur, um die Sätze dann auf spielerische Weise in Wortreihen und Bedeutungsfelder zu überführen. Damit wird die Aufmerksamkeit vom ursprünglichen Kontext der zoologischen Darstellung gelöst und auf poetische Klang- und Bedeutungsreize der einzelnen Vokabeln gelenkt. Vogelnamen, exotische Lebensräume und die verbalen Notationen von Lautäußerungen schaffen weite Imaginationsfelder in den elf Textpassagen, auf die jeweils eine betörende Rekonstruktion von verlorenen Vogelstimmen durch menschliche Interpreten folgt. ‚Séance vocibus avium’ bezaubert durch seine Lust am Erfinden von Wirklichkeiten.”
The corresponding radio play of the artist just won the Karl-Szuka-Award 2009 – considered the most renowned award for audio art in Europe. In the exhibition Séance Vocibus Avium, taking place in two Berlin galleries – Crystal Ball and Dörrie Priess – Wolfgang Müller presents drawings and audio sounds he produced, based on historical and scientific descriptions of eleven extinct birds. The simultaneous presentation of Séance Vocibus Avium in the context of two different gallery spaces continues Wolfgang Müller’s concept: the synchronism of analogy and diversity. Wolfgang Müller enlisted the help of prominent musician friends: Namosh, Khan, Justus Köhncke, Nicholas Bussmann, Max Müller, Stereo Total, Frieder Butzmann and Annette Humpe- in the reconstruction of the bird sounds. With delicately rendered colour pencil drawings Müller approaches the shape of the lost birds.
His reconstruction process begins with the available materials: taxidermy birds, historical images and scientific descriptions concerning the behavior of the species. The resulting drawings are different for each species, but unmistakably related. Wolfgang Müller opens up a novel space with his work. It stands in a touching alliance to the scientific efforts, to describe and comprehend these no longer existing animals. A new reality is created.
The corresponding radio play of the artist just won the Karl-Szuka-Award 2009 - considered the most renowned award for audio art in Europe. In the exhibition Séance Vocibus Avium, taking place in two Berlin galleries – Crystal Ball and Dörrie Priess - Wolfgang Müller presents drawings and audio sounds he produced, based on historical and scientific descriptions of eleven extinct birds. The simultaneous presentation of Séance Vocibus Avium in the context of two different gallery spaces continues Wolfgang Müller's concept: the synchronism of analogy and diversity. Wolfgang Müller enlisted the help of prominent musician friends: Namosh, Khan, Justus Köhncke, Nicholas Bussmann, Max Müller, Stereo Total, Frieder Butzmann and Annette Humpe- in the reconstruction of the bird sounds. With delicately rendered colour pencil drawings Müller approaches the shape of the lost birds. The corresponding radio play of the artist just won the Karl-Szuka-Award 2009 - considered the most renowned award for audio art in Europe. In the exhibition Séance Vocibus Avium, taking place in two Berlin galleries – Crystal Ball and Dörrie Priess - Wolfgang Müller presents drawings and audio sounds he produced, based on historical and scientific descriptions of eleven extinct birds. The simultaneous presentation of Séance Vocibus Avium in the context of two different gallery spaces continues Wolfgang Müller's concept: the synchronism of analogy and diversity. Wolfgang Müller enlisted the help of prominent musician friends: Namosh, Khan, Justus Köhncke, Nicholas Bussmann, Max Müller, Stereo Total, Frieder Butzmann and Annette Humpe- in the reconstruction of the bird sounds. With delicately rendered colour pencil drawings Müller approaches the shape of the lost birds. His reconstruction process begins with the available materials: taxidermy birds, historical images and scientific descriptions concerning the behavior of the species. The resulting drawings are different for each species, but unmistakably related. Wolfgang Müller opens up a novel space with his work. It stands in a touching alliance to the scientific efforts, to describe and comprehend these no longer existing animals. A new reality is created. His reconstruction process begins with the available materials: taxidermy birds, historical images and scientific descriptions concerning the behavior of the species. The resulting drawings are different for each species, but unmistakably related. Wolfgang Müller opens up a novel space with his work. It stands in a touching alliance to the scientific efforts, to describe and comprehend these no longer existing animals. A new reality is created.







