Manfred Kirschner Wir sehen das genauso wie Du! Galerie Crystal Ball

Manfred Kirschner: Wir sehen das genauso wie Du!, Berlin, 2011

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Galerie Crystal Ball auf dem Karneval der Galerien, Berlin

Die Galerie Crystal Ball sendet eine Gesandtschaft als autonomen Kunst-Block in den ersten Berliner Karneval der Galerien. Hotzi,  Motzi und Zoei stellten die Forderungen „Schweigegeld für Künstler!“ und „Freibier für Alle“.  Gentrifizierung hin oder her, Künstler sollen nicht weiter unbezahlt KEINE Kunst produzieren. Die verbreitete Annahme Künstler seien aus obsessiven, psychologischen oder sozialen Gründen gezwungen, ohnehin Kunst herstellen, erfährt endlich eine segensreiche  Belehrung. Wir wollen keine Temporäre Kunsthalle um das polithistorische Schlossplatzloch zu stopfen sondern die Temporäre Künstlerrente!  Geld her,  für alle Artisten, die sich nicht mehr zu diesen und weiteren gesellschaftlichen  Standards äußern. Mit der Grundversorgung des Künstlerschweigens, dem monetären Nichtstun endet auch endlich das Speichellecken der Galerieszene und der Kunstmarkt entleert sich geschwächt seiner High-End-Staffagen, seiner keimfreien Galeriehäuser und Kunst?Aktien.  Künstler überdenkt eure Rolle! Was seid ihr denn sonst als einfache Kunsttheorieuntersetzer! Raus aus der Selbstkrise rein ins Bewusstsein! Die Krise ist vorbei! Es lebe die Krise! Auf zum Künstlergeneralstreik! …Auszug aus der Büttenrede der Galerie Crystal Ball, Manfred Kirschner, Berlin

Galerie Crystal Ball: Zoei auf dem Karneval der Galerien, Berlin

Karneval der Galerien, Berlin 11.11.2009

Lesung am Fr. 10. April um 22 Uhr.
In Zusammenarbeit mit dem Wallstein Verlag

Etwas Kleines Gut Versiegeln

„Ein Debüt von außergewöhnlicher Sprachkraft und Welthaltigkeit, das von Menschen erzählt, die ihr Glück jenseits der gängigen Spuren suchen.

Ist das Leben ein seltsames Höhlensystem?, fragt sich Lisa, als sie ihr Fotografiestudium abbricht, auf einen Brückenbogen klettert und die Kamera auf die Bahngleise wirft. Australien ist ihr gerade weit genug. Sie geht nach Sydney, wo sie bei Marc wohnt, dem fürsorglichen Ex-Freund ihres Bruders. Dort wirft sie sich zwischen die schillernden Nachtgestalten in der Oxford Street und fixiert allabendlich die sinkende Sonne wie einen Feind: Wer zuerst untergeht, hat verloren. Aber in ihrer Tasche liegen noch immer 6 Filmdosen mit Bildern von B im zerknautschten Kleid über den haarigen Beinen und mit dem Lippenstift auf den schiefen Zähnen.

Als wäre das nicht genug, findet sie auf der Straße ein einzelnes Foto, auf dem sie selbst in einer ihr vollkommen unbekannten Umgebung zu sehen ist. Sie macht sich auf die Suche nach diesem Ort, immer begleitet vom ironisch-philosophischen Fragenkatalog des Künstlerduos Fischli & Weiss.

So hangelt sie sich durch Merkwürdigkeiten ihres Alltags, entwirft lustvoll Erklärungen, staunt, dass alles immer anders kommt als gedacht. Ist mein Lügengebilde ein Meisterwerk an Innovation und Statik? Lisa lässt sich in ein seltsames Spiel verwickeln. Die Grenzen des Realen verschwimmen, und die Polaritäten der Geschlechterfestlegung sowieso.“